Modul 3 Sozio- und Psychodynamik von Familien- und Helfersystemen
Die Demenzerkrankung eines Familienmitglieds wird von den relevanten anderen Familienmitgliedern je unterschiedlich wahrgenommen und eingeschätzt. Diese Differenzen in den Bewertungen entscheiden über die Stellung die der Krankheit des Angehörigen gegeben wird. Sie entscheidet auch über die Positionierung des Angehörigen zu der betroffenen Person. Werden diese Beziehungskonstellationen nicht beachtet, kann kein kooperatives Klima aufgebaut werden. Entlang dieser Positionen verlaufen Spannungslinien, die den Zugang der Beteiligten untereinander und zu professionellen Dritten (Heimpersonal, Ärzte, Pflege) prägen. Diese Spannungen sind ursächlich an der Entstehung und Eskalation von Konflikten beteiligt. Sie generieren Gewaltspiralen (circles of violence), die, ohne gezielte Intervention die Tendenz zeigen, sich stetig zu verschärfen. LeiterInnen von SABAA®-Gruppen müssen um diese Dynamiken Bescheid wissen, um sich nicht selbst an der Eskalation der Gewalt zu beteiligen.
